{"id":86,"date":"2008-08-13T23:14:11","date_gmt":"2008-08-13T21:14:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bergedorfer-schloss.de\/?p=86"},"modified":"2010-10-06T09:09:41","modified_gmt":"2010-10-06T08:09:41","slug":"arbeitslos-jahr-2002-vertane-chance","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bergedorfer-schloss.de\/?p=86","title":{"rendered":"Arbeitslos &#8211; Jahr 2002 &#8211; Vertane Chance"},"content":{"rendered":"<p>Hallo,<\/p>\n<p>es hat alles mit dem Insolvenzverfahren  bei der Stadtmagazin.com GmbH angefangen. Dort war ich als B\u00fcrokaufmann angestellt, habe aber die T\u00e4tigkeit eines Web-Producers ausgef\u00fchrt.<br \/>\nIch war damals 25 Jahre alt, als ich das Verfahren mit machen mu\u00dfte. Schon damals hatte ich mir immer wieder gedacht:&#8220;Blo\u00df nicht jetzt Arbeitslos werden, das wird ganz schwierig zur\u00fcck &#8230;&#8220;<br \/>\nAber es kam wie es kommen mu\u00dfte.<br \/>\nUns wurde allen zum 30.04.2002 die K\u00fcndigung ausgesprochen. Der Beginn einer langen Arbeitslosigkeit (das konnte aber keiner vorher wissen, was ich aber bef\u00fcrchtet hatte).<br \/>\nIch habe mich dann rechtzeitig zum 01.05. bzw. 02.05.2002 Arbeitslos gemeldet. Und dann noch das Theater mit dem Insolvenzgeld. Ein Gl\u00fcck das ich ein wenig Geld angespart hatte, denn so konnte ich die Zeit, wo ich so gar kein Geld vom Amt bekam, gut \u00fcberbr\u00fccken. Aber das angesparte Geld ging dann doch schneller weg als ich dachte, doch ich konnte die Zeit damit \u00fcberbr\u00fccken.<br \/>\nZwischen zeitlich habe ich dann auch mit bewerben angefangen. Das war so im Sommer 2002, aber das Jahr stand noch im Einflu\u00df vom 11.Sept.2001. Da war fast nix m\u00f6glich mit bewerben. Aber ich habe es versucht, doch es f\u00fchrte keine Bewerbung zum Erfolg.<br \/>\nAls anst\u00e4ndig erzogener Mensch habe ich dann das Amt auf meine Defizite schon fr\u00fch aufmerksam gemacht.<br \/>\nIch habe von Anfang an gesagt das mir f\u00fcr den Beruf des Web-Entwicklers o. Frontend-Entwicklers (oder wie auch immer) noch Kenntnisse fehlen. Es schien nur keinen irgendwie zu interessieren was sich sage.<br \/>\nAls ich dann endlich mal eine Termin bei meiner &#8222;Vermittlerin&#8220;  Frau Bellter bekam, gab sie mir ein Kursus zum Bewerbungsmanagement von der ISH und sagte:<br \/>\n&#8220; Die haben Kontakte zur Wirtschaft das wird ihnen Helfen. Gehen sie mal dorthin und melden sich an.&#8220;<br \/>\nDamals habe ich noch ein wenig gez\u00f6gert, denn es war ja nicht das was ich wollte bzw. ich war der Meinung das die vom Bewerbungsmanagement mir wirklich nicht helfen k\u00f6nnten. Ich bin aber erstmal dort nicht hingegangen.<\/p>\n<p>Dann war es wieder einmal dieser Tage wo ich mal wieder beim Amt eine Nummer ziehen und lange warten mu\u00dfte (wie immer damals). Ich hab dann ein Plakat gelesen wo es um eine Messe ging auf der sich Weiterbildungsanbieter vorstellen. Ich fragte meine &#8222;Vermittlerin&#8220; ob ich dort hingehen k\u00f6nnte und sie bejahte (was blieb ihr auch anders \u00fcbrig). Und nun zur Messe:<br \/>\nEs war eine Messe ausgerichtet vom Arbeitsamt Hamburg und fand damals im &#8222;Musem der Arbeit Hamburg&#8220; in Barmbek statt. Ich ging also auf die Messe und schlenderte so von einem Stand zum n\u00e4chsten. An dem einem Stand wurde ich von einem Typen angesprochen ob ich etwas bestimmtes suchen w\u00fcrde. Ich entgegnete das ich eine Kursus suchen w\u00fcrde, der mir im Bereich Web-Entwicklung weiterhelfen solle. Er sagte das an bei diesem Anbieter einen solchen Kursus gerade absolviert. Der Kursus hie\u00df:<br \/>\n&#8222;Online-Producer&#8220; und der Anbieter war die AWGD (Akademie Werbung Grafik Druck). Ich kam so in ein Gespr\u00e4ch mit ihm. Er kam aus Eimsb\u00fcttel und w\u00fcrde den Kurs schon seit ca. 6 o. 7 Monaten machen. Ich fragte ihn auch ob er Schwierigkeiten gehabt h\u00e4tte den Kursus bewilligt zu bekommen und er verneinte. Bei ihm h\u00e4tte das ohne gro\u00dfe Probleme geklappt. Dann gab er mir noch eine  <a title=\"Ein m\u00f6glicher Kursus\" href=\"http:\/\/www.job.wagener-web.de\/pdf\/awgd.pdf\" target=\"_blank\">Kursbeschreibung<\/a> und sagte das ich es bei meinem Amt auch mal versuchen sollte. Schlie\u00dflich hat es bei ihm ja auch geklappt. Wir haben uns lange \u00fcber den Kursus und das drumherum unterhalten. Z. B. dar\u00fcber das die Dozenten aus der Branche kamen und man dadurch wunderbar Kontakt zu Firmen hat kn\u00fcpfen k\u00f6nnen und auch dar\u00fcber das man einen kleinen Test absolvieren mu\u00df und das es ein Vorstellungsgespr\u00e4ch gibt.<br \/>\nIch verabschiedete mich und ging weiter auf der Messe herum und sammelte noch diese oder jene Kursbeschreibung ein. Aber ich war mir sicher das der Kursus der AWGD mir helfen w\u00fcrde. (Sicher darf man sich als Arbeitsloser nie sein, warum lesen Sie jetzt &#8230;)<\/p>\n<p>Ich bin dann mit der Kursbeschreibung zu meiner &#8222;Vermittlerin&#8220; Frau Bellter gegangen. Aber vorher mu\u00dfte man fr\u00fcher immer eine Nummer ziehen und fast eine Stunde warten bis diese dann angezeigt wurde. Auch wenn nur wenige vor ihnen waren (so 7 bis 10 Nummern), dauerte es genau so lange (manchmal \u00fcber eine Std.). Und dann dauerte es nicht mehr lang und ich sa\u00df bei Frau Bellter im Zimmer. Sie fragte mich zuerst ob ich mich schon dort angemeldet h\u00e4tte bei dem was sie mir gab und verneinte. Ich trug Ihr mein Anliegen vor und sagte das mir das mehr Helfen w\u00fcrde schneller wieder in Arbeit zu kommen, da <span style=\"font-weight: bold;\">ich<\/span> ja dann Kontakte kn\u00fcpfen k\u00f6nnte und gab ihr die Beschreibung zum durchlesen. Sie sagte, da\u00df f\u00fcr Weiterbildung ein Herr Wiese zust\u00e4ndig sei und sie ihn erstmal fragen m\u00fc\u00dfte. Daraufhin verlie\u00df sie ihr Zimmer und ging zu seinem schr\u00e4g gegen\u00fcber. Dann bat sich mich bitte r\u00fcber zu kommen Herr W. w\u00fcrde mit mir das weitere Gespr\u00e4ch \u00fcber das Thema Weiterbildung f\u00fchren. Er fing damit an das ich ja w\u00fcsste das der Staat ja kein Geld hat und es sehr wenig Weiterbildung nun geben w\u00fcrde. Was aber dann im Verlaufe des Gespr\u00e4chs kam war ein Knaller (zumindest f\u00fcr mich). Er sagte auch:<\/p>\n<ul>\n<li>Bringen Sie es sich selber bei<\/li>\n<li>Kaufen Sie sich B\u00fccher \u00fcber das Thema<\/li>\n<li>Gehen Sie zur Volkshochschule<\/li>\n<\/ul>\n<p>oder so \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Mir fiel meine Klappe in den Keller &#8230;. Mit sowas habe ich wirklich nicht gerechnet. Solch doofe Ausreden hat doch ein Staat wirklich nicht n\u00f6tig, aber es war tats\u00e4chlich so.<\/p>\n<p>Herr Wiese sagte dann das ich mich schnellst m\u00f6glich bei der ISH anmelden solle, sonst w\u00fcrde es Konsequenzen f\u00fcr mich geben. Ich bedankte mich f\u00fcr das Gespr\u00e4ch und verlie\u00df sein Zimmer und das Amt &#8230;.<\/p>\n<p>Wieder zu Hause mu\u00dfte ich mich erstmal setzten und das verdauen was ich da zu h\u00f6ren bekam. Einige Zeit sp\u00e4ter mu\u00dfte ich nochmals zu meiner &#8222;Beraterin&#8220; Frau Bellter zum Amt fahren (Einladung). Dort versuchte ich erneut den anderen Kurs zu bekommen. Aber es war zwecklos. Sie fragte energisch nach warum ich mich immer noch nicht bei der ISH angemeldet h\u00e4tte. Wiederum betonte ich das der andere Kurs effizienter w\u00e4re und mich schneller in Arbeit bringen w\u00fcrde. Auch diesmal h\u00f6rte sie nicht auf mich und sagte das ich mich schleunigst dort anmelden sollte. Mir blieb nicht anderes \u00fcbrig als widerwillig zu zustimmen. Ich habe mich dann kurze Zeit sp\u00e4ter bei der ISH gemeldet und mich nach einem Vorstellungsgespr\u00e4ch dort angemeldet (was blieb mir auch anderes \u00fcbrig). Da es aber f\u00fcr 2002 kein Termin mehr gab, kam ich in einen Kurs gleich Anfang 2003.<\/p>\n<p>Im Sommer des Jahres erhielt ich einen Anruf. Es meldete sich eine weibliche Stimme die sagte:<\/p>\n<blockquote><p>Arbeitsamt Hamburg, sch\u00f6nen guten Tag. Ich habe hier eine Stelle f\u00fcr Sie &#8230;.<\/p><\/blockquote>\n<p>(Ich erfuhr nicht wer am anderen Ende war, noch welches Amt aus Hamburg das war) Wie dem auch sei.<br \/>\nSie gab mir eine Telefonnummer und sagte ich solle mich dort mal melden, es sei in meiner N\u00e4he und es w\u00fcrde zur meiner Ausbildung (B\u00fcrokaufmann) passen.<br \/>\nNa gut, dachte ich. Dann werde ich mich dort mal melden. Ich rief dort an und es begann ein Gespr\u00e4ch welches ich so schnell nicht vergessen werde. Denn im Verlaufe des Gespr\u00e4chs, wo ich einige wichtige Fragen stellte (z. B. Berufserfahrung und Einarbeitung usw.) bekam ich merkw\u00fcrdige Antworten. Man br\u00e4uchte keine Berufserfahrung, aber eine Einarbeitung w\u00fcrde es nicht geben, bekam ich als Antworten auf meine Fragen zu h\u00f6ren. Da mir das zu Suspekt war drehte ich das Gespr\u00e4ch so hin, da\u00df wir uns in beiderseitigem einvernehmen daraufhin einigten das beide Seite nicht zu einander passen w\u00fcrden. Dann war auch schon das Gespr\u00e4ch nach mehr als 10 Minuten beendet.<\/p>\n<p>In den Gespr\u00e4chen mit meiner &#8222;Vermittlerin&#8220; Frau Bellter ging es sehr h\u00e4ufig auch um Zeitarbeitsfirmen. Sie sagte immer wieder das ich mich bei den melden sollte. Ich habe dann auch 3 St\u00fcck im meinem Bezirk abgeklappert. Bei 2 bekam ich innerhalb von 4 Wochen meine Unterlagen wieder und bei der 3. hatte ich zwar ein Gespr\u00e4chstermin. Aber das diente nur f\u00fcr die Aufnahme in deren Akten. Auch dort bekam ich sp\u00e4ter meine Unterlagen wieder. Keiner hatte damals etwas aus meinem Bereich f\u00fcr mich. Und wieder aus dem Bereich, wenn man keine Ahnung hat &#8230;.:<br \/>\nMeine &#8222;Vermittlerin&#8220; sagte dann einmal in einem der Gespr\u00e4che: &#8222;Die Zeitarbeitsfirmen haben die dieser Stadt noch weitere Filialen und nicht nur in diesem Bezirk.&#8220; Zu dieser Aussage dachte ich mir mein Teil.<br \/>\n(<span style=\"font-style: italic;\">Anmerkung von mir: Ja h\u00e4lt die mich und die Zeitarbeitsfirmen f\u00fcr v\u00f6llig verbl\u00f6det. Meint die nicht, das die Firmen in ihre Datenbank die ganze Stadt durchschauen. Die &#8222;Vermittlerin&#8220; hat auch keine Ahnung von Netzwerken und Datenbanken. Ob die wohl noch an den Weihnachtsmann glaubt &#8230;?<\/span>) So viel zu den Vermittlungsversuch(en) vom Arbeitsamt.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch ansatzweise Positives. Denn in diesem Jahr hatte ich auch mein letztes Vorstellungsgespr\u00e4ch. Da ich mich ja querfeldein bewarb, kam es auch zu einer Bewerbung in der City-Nord. Bei der einen Firma bekam ich auch ein Vorstellungsgespr\u00e4ch, welches ich wohl mein Leben lang nicht vergessen werde. Am 09.08.2002 ging ich also zu besagten Firma um mich Vorzustellen. (Entschuldigt wenn ich das ganze jetzt etwas flapsig erz\u00e4hle aber lest selbst) Ich sa\u00df 2 Frauen gegen\u00fcber die mich halt so \u00fcber mein bisheriges Berufsleben befragten. Zu beginn des Gespr\u00e4chs fing die eine an: &#8222;Ihre Noten sind ja nicht die besten (???). Erkl\u00e4ren Sie doch mal wie es die Noten zustande kamen?&#8220; Ich entgegnete: &#8222;Wie jetzt? \u00c4hm, soll ich mich jetzt f\u00fcr die Noten rechtfertigen? Wo soll ich anfangen, etwa bei der Handelsschule?&#8220; Sie antwortete: &#8222;Ja, fangen Sie mal damit an!&#8220;<br \/>\nIch mu\u00dfte mich also f\u00fcr <span style=\"font-weight: bold;\">a l l e<\/span> Noten rechtfertigen und \u00fcber mein bis dato abgelaufenes Arbeitsleben Rechenschaft ablegen!<br \/>\nIm Laufe der Rechenschaft, oh Pardon ich meine, im Laufe des Gespr\u00e4ches habe ich das ganze immer weniger ernst genommen und habe mich auch &#8222;verschlossen&#8220; (von der K\u00f6rpersprache her). Ich war richtig froh da wieder raus zu sein und dort nicht arbeiten zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Weiter geht es im Jahr 2003.<\/p>\n<p><span style=\"font-style: italic;\">Links<\/span>:<br \/>\nMuseum der Arbeit Hamburg: <a title=\"Externer Link; Museum der Arbeit Hamburg\" href=\"http:\/\/www.museum-der-arbeit.de\/\" target=\"_blank\">Link<\/a><br \/>\nISH Bildungs- und Beratungs-Gesellschaft mbH: <a title=\"Externer Link; Movement Online Bewerbungsmanagemant\" href=\"http:\/\/hamburg-lernt.de\/\" target=\"_blank\">Link<\/a><br \/>\nAkademie Werbung Grafik Druck: <a title=\"Externer Link; AWGD\" href=\"http:\/\/www.awgd.de\/home\/index.php\" target=\"_blank\">Link<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hallo, es hat alles mit dem Insolvenzverfahren bei der Stadtmagazin.com GmbH angefangen. Dort war ich als B\u00fcrokaufmann angestellt, habe aber die T\u00e4tigkeit eines Web-Producers ausgef\u00fchrt. 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