Frust ab lassen

Hallo,

auch auf die Gefahr hin das sich das hier negativ auswirkt, aber ich muß mal meinen Frust ablassen.

Lesen Sie mal diese Anfrage:

Hallo Jörg,

auf der Suche nach guten Entwicklern bin ich auf Dein XING-Profil gestoßen und habe gesehen, dass Du fundierte PHP Kenntnisse hast und bereits als Entwickler tätig bist. Deine bisherigen praktischen Erfahrungen und Dein umfangreiches Fachwissen machen Dich besonders interessant für uns.
Ich heiße …….. und bin …. und …… der …… in Hamburg. In den zwei Jahren seit unserer Gründung haben wir bereits 10 Online Games entwickelt, die von über 70 Millionen Spielern weltweit gespielt werden. Wir wollen in den nächsten Wochen und Monaten kontinuierlich enorm weiter wachsen, auch personell, und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Du genau der Richtige bist, um uns im PHP–Bereich zu verstärken.
Dich erwartet bei uns ein über 100-köpfiges junges, dynamisches Team mit wirklich sehr netten Kollegen aus aller Welt. Was Deine Position betrifft, würdest Du unter anderem an diversen Backends arbeiten, Spiele einbinden und unser Shopsystem pflegen und erweitern. Du hast die Möglichkeit, schnell viel Verantwortung zu übernehmen und so unser Wachstum, insbesondere unseres PHP-Teams, entscheidend mitzugestalten.

Gib mir gerne kurz Feedback und schreib mir, ob Du interessiert bist, mehr zu erfahren.

Viele Grüße aus …….

Was folgern Sie daraus?

Richtig. Da ist eine Stelle zu besetzten. Nämlich eine als PHP-Entwickler (welche ja auch zu meinem Profil paßt). Ich habe dann auch gleich per E-Mail geantwortet, in welcher ich mein Interesse bekundet hatte und habe auch gleich meine Bewerbungsmappe dran gehängt. In selbiger bat ich auch um Bestätigung eine Termins zum Vorstellungsgespräch, denn ich dachte mein Xing-Profil hätte schon viel Überzeugung gebracht (warum haben die mich sonst angeschrieben?). Nach 2 Tagen kam folgende E-Mail:

Hallo Jörg,

vielen Dank für Deine Bewerbungsunterlagen und Dein Interesse an einer Mitarbeit bei uns. Leider können wir Dir die gewünschte Position nicht anbieten. Wir danken Dir nochmals für die Mühe, die Du Dir mit der Bewerbung gemacht hast und wünschen Dir alles Gute für Deinen weiteren Weg.

Viele Grüße

JA

HHHAAALLLOOO……..

Was soll denn der Scheiß?
Wollen Die mich verarschen?
Ist/War da nun eine Stelle frei oder nicht?
Für mich riecht das Ganze nach Betrug, die hatten nie die Absicht mich einzustellen. Man war ich wütend….
Dabei haben die sich doch bei mir beworben und nicht umgekehrt….

Ein paar Tage später bekam ich von eine anderen Firma, bei welcher ich mich beworben hatte, folgendes zu gesendet:

Hallo Jörg,

vielen Dank für Deine Bewerbungsunterlagen.

Beim ersten Sichten der Unterlagen ist uns aufgefallen, dass Deine Arbeitsproben fehlen.

Bitte lasse uns die fehlenden Unterlagen so bald es geht zukommen.

Vielen Dank und wir verbleiben mit freundlichen Grüßen

Sofort habe ich natürlich meine Arbeitsproben zugeschickt. Am nächsten Tag schon bekam ich das als Antwort:

Hallo Jörg,

wir danken Dir für Deine Bewerbung und Dein Interesse, das Du unserem Unternehmen entgegengebracht hast.

Nach eingehender Prüfung der eingegangenen Bewerbungen mussten wir eine Auswahl treffen, bei der es sich nicht vermeiden ließ, auch Interessenten mit guten Voraussetzungen eine Absage zu erteilen. Wir bitten um Verständnis, dass wir Dir keine positive Nachricht erteilen können.

Wir wünschen Dir für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Ohne mich jetzt Großartig beschweren zu wollen (sonst höre ich von meinen Bewerbungen ja gar nichts mehr), aber das schlägt jetzt dem Faß den Boden aus.
Was wollen die Firmen nur bloß an Bewerbern haben?
Die eierlegende Wollmilchsau??????
Den 22 jährigen Dr., mit mind. 10 Jahre Berufserfahrung, Kenntnissen und Fähigkeiten in allen Bereichen, sowie Führungsqualitäten zum Nulltarif????

Boah ey…..

Geht ja gar nicht.
Dann noch neulich dieses komische Vorstellungsgespräch in welchem man es nicht nötig hatte, die Stelle besser zu beschreiben oder die Firma mal genauer zu präsentieren. Nein…..
Man stelle lieber doofe Fragen und dann telefonierte noch einer kurz während des Gespräches (höchst unhöflich und respektlos fand ich das). Das man dann ins stottern gerät, nur unzureichende Antworten liefert ist dann doch logisch. Mir dann noch vorwerfen ich sei nicht begeisterungsfähig war dann echt zu viel. Ich war auf alles andere vorbereitet nur nicht auf so etwas. Und dann kriegt man noch sowas unpersönliches als Antwort:

Sehr geehrter Herr Wagener,
Liebe/r Jörg,

vielen Dank für deine Bewerbung und das interessante Gespräch, das wir mit dir führen durften.

Leider müssen wir dir mitteilen, dass wir uns für eine andere Bewerbung entschieden haben.

Bitte beachte, dass diese Absage keinesfalls deine Person oder deine Qualifikation in Frage stellt. Vielmehr hat es unter den vielen Bewerbern einige Interessenten gegeben, die unseren Vorstellungen noch näher lagen.

Wir bedanken uns für dein Interesse an …. und wünschen dir viel Erfolg bei der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung.

Mit freundlichen Grüßen

Personalabteilung

Echt unglaublich wie sich manche Firmen so aufführen. Laß euch allen aber eines gesagt sein; diese Dekadenz, die Arroganz und der Hochmut kommen immer vor dem tiefen Fall wenn man die Bodenhaftung verloren hat. Früher konnte man noch schneller und einfacher wieder in Arbeit kommen, da waren die Anforderungen nicht so hoch wie heute, man konnte noch als Quereinsteiger anfangen.

Da fehlen einem die Worte

Hallo,

was ich am Dienstag für eine Absage bekam, daß hat mir echt die Sprache verschlagen. Aber sehen Sie selbst:

Fehlerhafte, automatische Absage einer Onlineagentur.

Zu sowas fiel mir echt nichts mehr ein. Das kommt davon, wenn man automatische Antworten schreibt und sich nicht persönlich darum kümmert. Im nachhinein finde ich es sogar gut von den eine Absage bekommen zu haben, denn wer möchte schon in einer solchen fehlerhaften Firma arbeiten. Bevor jetzt die Kommentare kommen wie „Sowas kann ja mal passieren“, denen sei gesagt das es sich hierbei um eine Onlineagentur handelt. Da dürfen keine solchen Fehler vorkommen. Man ist doch perfekt…
Wenn so die ganze Korrespondenz von dieser Firma aussieht, dann fragt man sich schon, wie die so lange überleben konnten. Ja ich hänge das hier an die große Glocke, habe ja auch allen Grund dazu. Denn wenn man immer so pingelig bei Bewerbern hinschaut wie bei mir, dann sollte man auch immer mit guten Beispiel voran gehen. Lassen Sie mir bitte diese kleine Schadenfreuden, mir ist ja sonst nicht viel geblieben. Wie heißt es doch so schön:

Wer den Schaden hat, der braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Das musste einfach mal sein, es geht mir auch schon viel besser 😀

Arbeitslos – Jahr 2008 – Jahresbestleistung und zu sich selber finden …

Hallo,
das Jahr fing schon mal gar nicht so schlecht an. Ich hatte gleich Mitte Januar, seit lange Zeit, mal wieder ein Vorstellungsgespräch und konnte das fast gar nicht glauben. Aber es war so. Dort bekam ich auch einige Tipps für meinen Lebenslauf, die ich auch dann wieder zu hause umsetzte. Und irgendwie muß das der springende Punkt gewesen sein. Denn wie durch ein Wunder hatte ich ganz plötzlich immer und immer wieder Vorstellungsgespräche. Wie aus dem nichts, dabei habe ich nur minimale Veränderungen an meinem Lebenslauf vorgenommen. Es gibt doch noch Wunder auf Erden ….
Ich habe im ersten halben Jahr so viele Vorstellungsgespräche gehabt, wie in all den Jahren zuvor nicht zusammen. Das war vielleicht was, mein lieber Scholli, über 12 Gespräche im ersten halben Jahr. Für den einen klingt das nach nicht so viele Gespräche, aber wenn man jahrelang nur selten mal ein Gesprächstermin hatte, dann ist das schon eine Menge. Und natürlich habe ich mich von meiner besten Seite versucht zu präsentieren, aber leider haben die Entscheider sich dann meistens für einen anderen Bewerber entschieden. Tja, mehr als meine Stärken beim Gespräch auszuspielen kann ich leider nicht machen. Wenn andere noch stärker sind, muß man das dann auch akzeptieren.

Meine neue Vermittlerin Frau Stellter (oder so ähnlich) kam dann auf die glorreiche Idee (Sie behauptete, es müsse etwas getan werden, sonst würde ihr Chef sauer ….) mir wieder einen Ein-Euro-Job geben zu müssen.

Was soll der Blödsinn!
Das war aber deren totaler ernst, mir wieder einmal nur einen Ein-Euro-Job anzubieten. Damit war ich wieder bedient! Nicht schon wieder zurück zu Sprungbrett. Das war ein Albtraum!

Da mußte jetzt dann auch wieder durch, es führte kein Weg daran vorbei. Ich fuhr also zu Berliner Tor, zum zuständigen Amt um mich für einen Ein-Euro-Job zu melden. Wieder gehen mal eben so über 1 Stunde warten ins Land, nur für so ein Blödsinn! Aber man macht ja alles mit, manchmal auch nur, um später in einem Blog darüber zuschreiben 😛
Als ich dann endlich dran kam, sprach ich mit einer sehr netten, höflichen Dame. Ich erzählte ihr, was ich schon alles gemacht habe (auch von meinem vorigen Ein-Euro-Job in Bergedorf bei Sprungbrett) und Sie sagte das ich dann dort auch wieder zurück könnte. Ich nahm das dankend an, da ich keine Lust hatte für so einen schwachsinnigen Job auch noch Bahn fahren zu müssen. Also bekam ich einen Termin zur Informationsveranstaltung bei Sprungbrett. Meine Begeisterung tendierte zum Nullpunkt, aber darüber schrieb ich ja schon genug.
Einige Tage später ging ich also zu dieser Informationsveranstaltung von Sprungbrett und mußte mir wieder einmal anhören, was dass nicht alles für eine schöne, heile Welt die Ein-Euro-Jobs doch sind. Boah, dass ging vielleicht auf die Nerven, dass alles noch einmal zu hören. Aber da MUß ich ja nun mal durch. Wunsch des Amtes! Nach den ganzen Informationen wurden die Teilnehmer auf die jeweiligen Projekte verteilt und ich ging (mal wieder) zu Hr. Müller-Pohl Bei diesem Gespräch wäre mir doch glatt die Hutschnur geplatzt, wenn ich nicht so starke Selbstbeherrschung gehabt hätte und nicht so ein ruhiger Mensch gewesen wäre, dann hätte ich ihm die Meinung gegeigt. Er sagte folgendes:

  • Ich hätte ihm damals zu wenig Biss gehabt,
  • er hätte schon statt nur 4 Programmierer schon 8 beschäftigt
  • Ich wäre ihm nicht qualifiziert genug!

An Hr. Müller-Pohl:
Wer hat denn damals, seine Arbeit nicht gemacht? Wer hat denn keine Vermittlung vorgenommen?
Wer hat denn keine Aufgaben verteilt? Wer hat denn die Hände in den Schoss gelegt und nichts getan?
Zum Glück kann ich mich ja beherrschen. Ich schluckte nur 3 mal, als ich das hörte. Den Rest dachte ich mir, denn ich kannte ja den Hr. M.-P. von früher.

Somit mußte ich mit dieser Absage zurück zum Büro v. Sprungbrett, da die aber für mich nichts wieter hatten schickten die mich nach Hause. Die gaben mir dann einen neuen Termin beim Team Arbeit Hamburg (die sind jetzt für die Verteilung dieser Jobs zuständig) per Telefon durch.

In der zwischen Zeit hatte ich mit kreativem schreiben angefangen, da irgendwas aus mir raus wollte. Das war schon noch bevor mich das Amt zu den Ein-Euro-Job verdonnerte. Es war irgendwie wie eine Art Befreiung, ein los lassen, ein Freiräumen von Lasten. Das Schreiben entspannt mich immer mehr, also schrieb ich auch immer mehr. Zwar noch nicht so Seitenstark das man damit ein Buch hätte füllen können, aber darum gings mir auch zuerst gar nicht. Ich entdeckte meine eigenen Stärken wieder, eine die ich nur einmal bisher genutzt hatte, nämlich damals als ich die 4. Grundschulklasse wiederholte und eine Geschichte schrieb. So ähnlich wie damals fühlte ich mich, als ich das Schreiben angefangen hatte. Frei!!!
Ich fand zu mir selber zurück (und kam auch an) 🙂 .

Doch ersten kommt es anders und zweitens als man denkt. Sie wissen ja, dass ich mich zwischen durch immer weiter bewerbe, dass schrieb ich ja schon. Diese war auch meine Rettung, denn ich wollte den Termin bei der Team Arbeit Hamburg absagen, da entgegnete mir die freundliche Dame am anderen Ende, dass ich einen ganz anderen Termin gehabt hätte!
Da hat doch tatsächlich Sprungbrett bei der Terminvermittlung zwischen mir und den Amt einen (beinahe) schwerwiegenden Fehler gemacht.
Und ich hätte, da ich diesen Termin nicht wahr genommen hätte, jetzt mit einem Besuch zu hause zu rechen. Ich sagte das ich aber den Termin so von Sprungbrett übermittelt bekam und ich mir diesen auch notiert hatte und den Termin vom Amt gar nicht kennen würde. Nichts desto trotz sagte ich ihr warum ich den Termin absagen wollte: Ich hätte ein Praktikum gefunden und bräuchte den Termin nicht mehr. Sie sagte das diese Wunderbar wäre, denn dann könnte Sie den Besuchstermin streichen.
Puuuuh, durchatmen. Man habe ich ein Glück gehabt oder vielmehr ein Praktikumsplatz. Das hatte mich gerettet. (Der Besuch kam dann auch nicht …. Schwein … ähh, ich mein natürlich Praktikumsplatz gehabt 🙂 )

Die Firma hatte ihrem Sitz in der nähe zur Reeperbahn, was mir gefiel, denn ich brauchte nur eine S-Bahn zu nutzen (nämlich die S2 Richtung Altona). Das machte die Sache einfache, denn so hielt sich die Fahrzeit doch sehr in Grenzen. Richtig lustig fand ich es, die Mittagspausen am Hafen oder auf dem Kiez zu verbringen. Sowas kriegt man nicht wieder so schnell. Apropos Mittagspausen: Wenn man Zeit hat kommt man auf die verrücktesten Ideen! Denn ich habe einfach mal mich auf den Kiez in die Boutique Bizarre gewagt um zu schauen, was die so anbieten (ist ja kein kleiner Laden). Was das nicht alles so zu den Thema zu kaufen gibt …
Ich schaute auch mal im Untergeschoss, was es dort die dort so alles anzubieten hatten. Dort befanden sich die ganzen Fetischbekleidungen. Irgendwie echt der Hammer wieviele Kleidungsartikel es hier gegeben hat. Ein paar Wochen zogen ins Land und ich kam zufällig, in meiner Mittagspause, mal wieder an dem Geschäft vorbei. Spontan wie ich halt bin, ging ich einfach mal rein und auch gleich in das Untergeschoss. Ich fragte das freundliche Personal ob ich mal 2 der Latexmäntel anprobieren könnte und ich bekam die Möglichkeit der Anprobe. Bei dem größeren, schwereren Mantel fiel mir gleich auch eine Geschichte zu ein (ach ja, der passte wunderbar … 🙂 ). Die Krux ist nur so wenig Zeit zu haben zum schreiben um die Geschichte wieder zu geben. Schade 🙁 🙁 🙁 …
Der andere Mantel passte mir auch, nur ist sowas relativ teuer. Der schwere Mantel kam glaube ich etwas über 440, der andere bei 230 Euro. Wäre ja lustig gewesen … aber was nicht war, war halt nicht. Ich ärgerte mich sehr damals, daß ich nicht die Möglichkeit zum schreiben hatte, denn die Geschichte wäre bestimmt angekommen. Ob ich die wohl doch noch geschrieben habe? Abwarten …

Das Praktikum ging dann auch (leider zu früh) zu Ende, denn Aufgrund der Wirtschaftskrise wurde ich schon nach bereits 3 Monaten wieder nach Hause geschickt. Danach musste ich umgehend einen 1€-Job machen müssen.

Boutique