Befürchtungen kurz vor dem Ende

Hallo,

es sind zwar noch so über 2 Monate bis zu meinem Ende des 1€-Jobs aber dennoch mache ich mir so meine Gedanken. Denn meine Vermittlerin Fr. St. drohte mir schon bei der Vermittlung an, dass, sollte der 1€-Job mich nicht in Festanstellung führen, Sie mich in meinen ausgebildeten Beruf zurück bringen will.

Ich bin vor über 9 Jahren zum Bürokaufmann ausgebildet, worden. Es konnte damals keine Übernahme stattfinden, da schon zuvor meine Kolleginnen übernommen wurden und ich „über“ wahr. Also war es mir in keinsterweise möglich, irgendwie Kenntnisse oder Berufserfahrung zu sammeln.

Der Rest meines Lebenslaufes spare ich hier mal aus. Die Fakten einmal im Überblick:
– Ausbildung liegt über 9 Jahre zurück!!!
– Keinerlei Berufserfahrung als Bürokaufmann.
– Keinerlei Kenntnisse in dem Beruf.
– Keine daraus resultierende Fähigkeiten.

Heute habe ich schlimme Befürchtungen was die Vermittlung nach meinem 1€-Job angeht. Sie hat tatsächlich vor, mich in diesen Beruf zurück zu zwingen, obwohl es gar nicht mein Ziel ist. Auf eben dieses Ziel angesprochen, sagte meine Vermittlerin „Das können Sie ja als Hobby nebenbei laufen lassen“. Tolle Wurst. Darf Sie das überhaupt? Mich in einen Beruf reinzwingen, ohne das ich dort Erfolgsaussichten hätte? Nur weil ich mal vor langer Zeit einen Beruf gelernt habe, heißt das noch lange nicht, dass ich selbigen auch absolvieren kann. Schon gar nicht, wenn ich überhaupt keine Lust mehr auf den Beruf habe. Was heißt Lust? Wenn ich ehrlich sein soll, sehe ich keine Möglichkeit mehr in den Beruf rein zu kommen. Realistisch gesehen, habe ich gar keine Möglichkeit in den Beruf zurück zu kommen. Es sei, ich würde wieder eine Ausbildung oder ähnliches (Weiterbildung) machen, nur so käme ich wieder in den Beruf rein. Diese Art der Weiterbildung käme aber sehr nah an eine Ausbildung ran, da ich ja sehr vieles noch einmal lernen muß. Und das soll mich dann in Arbeit bringen? Hätte ich dann auch eine Stellengarantie? Würde ich dann wirklich, nach alle dem eine Stelle finden oder bleibe ich arbeitslos?
Wenn mich schon ein 1€-Job nicht in Festanstellung bringt, warum sollte ich dann eine massive Weiterbildung in einem Beruf machen, wo ich von vornherein keine Chance habe reinzu kommen?
Rechtfertigt der Aufwand, die Mittel?
Es nützt die beste Ausbildung nichts, wenn man im Anschluß in diesem Beruf keine Erfahrung sammeln kann.

Warum ich mich dann in diesem Beruf habe ausbilden lassen?
Nun, es war das erste richtige Angebot damals. Nach über einem Jahr Arbeitslosigkeit und etlichen Bewerbung nach ich das Angebot sehr gerne an. War zwar nicht mein Traumberuf, aber ich hatte einen Ausbildungsplatz und war nicht mehr arbeitslos. Man nimmt was man kriegen kann und nicht was man gerne hätte.

Nichts desto Trotz werde ich an meinem Ziel Schriftsteller zu werden festhalten. Es sieht wohl danach aus, als ob für mich ein Gewitter aufzieht. Man soll ja nicht böse unken, aber mir schwant da nichts gutes, wenn zwei mit so unterschiedlichen Zielen aufeinander prallen. Mein Ziel ist klar… Und das nicht als Hobby. Denn ich brauche auch Zeit um mal das eine oder ander zu rechachieren. Wie soll das gehen als Hobby? Warum dürfte ich den Schriftsteller nicht als Vollzeit ausüben (Ja, ok ich weiß, die Frage geht wohl eher an meine Vermittlerin)? Erst aber mal, heißt es abwarten. Werde ja schon sehen was passiert.

Ich sollte mal wirklich zur öffentlichen Rechtsauskunft (ÖRA) gehen, um mich dort mal beraten zu lassen, vielleicht habe ich ja doch einmal Erfolg.

7 thoughts on “Befürchtungen kurz vor dem Ende

  1. Lieber Jörg,

    ich verfolge Deinen Blog schon sehr lange. Es macht mir immer Spaß, zu lesen, egal ob Du Gedichte schreibst, über Deine Arbeitslosigkeit berichtest oder was auch immer.
    Es ist klasse, dass Du das machst.

    Jetzt steht bald das Ende des von Dir verteufelten 1Euro-Jobs an. Und Dein berufliches Leben steht vor der „Entscheidung“: Weiter im 1Euro-Job arbeiten (also quasi „übernommen“ werden) oder das machen, was die Arbeitsagentur möchte.
    Deine eigenen Wünsche werden nicht beachtet.

    Das ist ziemlich blöd.

    Gehen wir die Varianten mal durch:
    1. 1Euro-Job – wie stehst Du dazu? Macht das Spaß? (Was machst Du denn?) Kannst Du Dir vorstellen, dies weiterhin zu machen, um wieder Berufserfahrung zu erlangen?

    2. Dein alter Job – Du schreibst, Du weißt nicht, was Du da sollst. Verständlich! Aber weißt Du nicht doch etwas mehr über den Job als z.B. über Elektriker, Gärtner oder Versicherungsmakler? Was ich meine: Du hast sicherlich einiges gelernt vor 10 Jahren, das kann ja nicht einfach weg sein. Klar, neue Programme, etc. benötigen Einarbeitungszeit, aber Du sagst doch selber, dass Dir Computerarbeit Spaß macht und Du Dich in neue Programme einarbeiten möchtest. Wäre das nicht eine Chance, wieder im Arbeitsleben Fuß zu fassen?

    3. Schriftsteller – Dein Traumjob. Du träumst davon, Bücher zu schreiben, Geschichten zu erzählen, damit Geld zu verdienen. Das ist toll! Aber leider nur ein Traum. Wie viele Schriftsteller kennst Du? Wer hat Dir schon einmal Tipps gegeben oder Deine Arbeit kritisiert (positiv oder negativ)?
    Ich möchte gerne noch etwas zu dem Thema schreiben: Du erzählst, dass Du hauptberuflich Schriftsteller sein möchtest. Jeden Tag 16 Stunden schreiben, schreiben, schreiben.
    Kannst Du das? Schaffst Du das? Möchtest Du das?
    Es wurde hier bereits einmal gesagt, Du sollst es als Hobby betreiben – daraufhin schreibst Du, Du benötigst mehr Zeit dafür, als für ein Hobby. Aber wieviel denn bitte?
    Wenn Du einen Job hast und 8h arbeitest, dann 8h schläfst und evtl. 2 Stunden unterwegs bist, hast Du noch 6 ganze Stunden, um zu schreiben und Deinen Traum zu leben.

    Um etwas zu erreichen, muss man investieren.
    Und sei es „nur“ Zeit.
    Natürlich ist es nicht einfach, von heut auf morgen „Schriftsteller“ zu werden oder gute Geschichten verfassen zu können. Aber wer würde diesen Beruf erLERNEN, wenn er kein Geld zum überleben hätte? Also brauchst Du einen Job. Und jemanden, der Dir hilft. Du musst investieren.

    Ohne Dir nahe treten zu wollen, aber gefesselt hat mich leider noch kein Gedicht von Dir. Da fehlt es an allen Ecken und Enden: Das spontane, das durchdachte, das überraschende. Dazu gravierende Schreibfehler und kein ordentliches Versmass. Lieber Jörg, Dein Eifer ist hervorragend, nur solltest Du aufhören zu träumen und Dir nichts vormachen. Du schreibst morgen keinen Harry Potter. Versuch, Dich damit abzufinden und behalte das Schreiben als Hobby. Hier im Blog, irgendwo. Vielleicht schreibst Du mal so gut, dass jemand aufmerksam wird. Aber bis dahin solltest Du einen Job aufnehmen, der Deinen Fähigkeiten entspricht und in dem Du etwas Geld verdienen kannst.

    Ich werde weiterhin aufmerksam Deinen Blog lesen und wünsche Dir für Deine berufliche und private zukunft alles Gute!

    Hubert

  2. Hallo Herr/Frau Hubert,

    zu 1. Das mit dem 1€-Job ist aller größter Müll. Ich habe zwar einen Computer mit dem ich ins Internet komme, aber das war es auch schon. Dieser Rechner ist mehr als 8, 9 Jahre alt (Mhz, und nur bis zu 1GB Arbeitsspeicher keine genaue Ahnung was drin ist, eher weniger) und überhaupt nicht, für arbeiten als Webdesigner oder Grafiker geeignet. Selbst beim surfen ist der Rechner sehr langsam… Des Weiteren gibt es auf diesen PC’s keinerlei Software zum arbeiten für mich. Und die wird auch nicht angeschafft, weil die Software Geld kostet. NEIN, der 1€-Job macht überhaupt keinen Spaß, weil es ZWANGSARBEIT ist und man nur dumm rumsitzt. Mehr macht man dort nicht. Glauben Sie mir bitte. Es macht auch keinen Sinn, irgendetwas hier anzusprechen, denn die Leute schalten dann auf durchzug. NEIN, ich werde nach den 10 Monaten schluß machen, da es mir überhaupt nichts gebracht hat. Es findet noch nicht einmal ein Vermittlungsversuch statt. Es gibt auch keine Übernahmechance weil das hier gar nicht vorgesehen ist. Die H4’ler kommen her abslovieren den Job und gehen wieder nach Hause, so wie bei einer Weiterbildung, mit dem unterschied das man hier wenig bis gar nichts lernt. Ich wünschte ich könnte hier Berufserfahrung als Webdesigner erlangen. Nur wie ist das unter den gegebenen Umständen möglich? Ich habe kein Laptop und auch nicht das Geld für solch einen oder die Software.

    zu 2. Alles vergißt man nie, dass mag wohl war sein. Aber Firmen wollen nicht einarbeiten oder jemanden die Zeit dafür geben. Sie sollen sich an den Arbeistplatz setzten und Zack anfangen alles auf einmal zu machen (meine Erfahrungen bisher). Mein Ausbildungsberuf (Bürokaufmann) war nur eine alternative damals, nicht mein Wunsch, von daher werde ich den auch ruhen lassen und von meiner Seite aus nicht weiter verfolgen. Denn ich sehe (realistisch) keine Chance da rein zu kommen (NUR die Ausbildung reicht den Firmen einfach nicht). Wenn man überhaupt keine Berufserfahrung, keine Kenntnisse und keine daraus resultierende Fähigkeiten mitbringt, kann man einen Job vergessen. So ist das nunmal heute. Nein, ich bin jetzt über 9 Jahre raus, da weiß ich so gut wie gar nichts mehr über den Beruf. Zumal es ja nur meine Ausbildung war, keine Festanstellung. Der Bürokaufmann ist tot, ein für alle mal.

    zu 3. NEIN, es wird nicht mein Hobby. Persönlich kenne ich keinen Schriftsteller. Die haben sich bei mir nicht vorgestellt. Kritisiert wurde ich einmal in einem Schriftstellerforum, aber das war nicht wirklich sachlich. Man vergaß, dass es sich dabei um meinen allerersten Text handelte. Nur soviel am Rande. Nein, 16 Stunden am Stück zu schreiben, wird mir JETZT noch schwer fallen. Aber vielleicht komme ich ja an diesen Punkt, wer weiß das schon. Ohne Ehrgeiz, keinen Erfolg! Die ersten Musikstücke von einem Herrn Bohlen, waren auch hundsmisarabel und keine wollte den haben. Und wo ist er heute?
    Womit wir auch bei meinem Problemen wären, nämlich Zeit und Geld… Wenn man einem die Zeit raubt, wie bei mir momentan mit dem 1€-Job, hab ich natürlich ein Problem. Leider kann man Schriftsteller nicht einfach so erlernen, da gebe ich Ihnen recht. Man muß sich immer wieder probieren, üben, schreiben bevor man etwas erreicht. Von Nichts, kommt auch Nichts. Wie ich oben links neben dem kleinen Bildchen schrieb, ist dass hier mein Übungsplatz. Da darf man noch keine Wunder erwarten. Eigentlich dachte ich auch, dass man mich per Kommentar auf Fehler hinweist. Aber das war bisher nie der Fall. Wie soll man denn etwas lernen, wenn man keine Hinweise auf Fehler bekommt? Alles kann selbst ich nicht wissen. Ja, ja, die liebe Zeit und das Geld… Keine Ahnung wie ich das bwerkstellige!
    Die Gedichte werden mit der Zeit besser werden, alles was Sie dazu brauchen, ist ein wenig mehr Vertrauen und Zeit. Goethe und Schiller waren auch nicht gleich erfolgreich mit deren allerersten Gedichten und Geschichten. Wie lange haben die beiden denn geübt? Wie viel Zeit ist bis zur deren ersten Veröffentlichung vergangen, als die beiden mit dem Schreiben anfingen? Ich zweifel ganz stark daran, dass die beiden, genauso wie ich, gleich super Gedichte/Geschichten geschrieben haben. Auch deren Geldgeber standen am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Wie dem auch sei…
    Nun ein Zitat aus Wikipedia über Joanne K. Rowling:

    Als alleinerziehende Mutter eines Kleinkindes lebte sie damals von Sozialhilfe, während sie weiter an ihrem ersten Buch arbeitete.

    Klappt sowas nicht ein 2. Mal? Nur dies mal in Deutschland? Wirklich nicht? Ganz sicher? Kommt es dabei wirklich nicht auf den Inhalt der Geschichte an? Dachte immer das bei einem Buch der Inhalt (die Geschichte) das überzeugen sollte und nicht dessen Umschlag/Aufmachung!?
    Ich Träume nicht, ich bin realist. Aus dem Träumen bin ich schon lange raus, jetzt heißt es sich ans Werk zu machen und zu schreiben. Bald habe ich (hoffentlich) auch die Zeit dazu. NEIN, ein Hobby wird das nicht. Ich will mich daran versuchen, soweit zu kommen, dass es mich ernährt. Diesen Ehrgeiz habe ich schon. Natürlich schreibt man eine große Geschichte nicht von heute auf morgen. Aber man kann sich Mühe geben, sich reinknien und den Arsch auf reissen. Ob der Erfolg dann kommt werde ich ja dann sehen. Hier im Blog, werde ich weiter trainieren. Wäre schön, wenn Sie sich konstruktiv auch beteiligen würden.

    Ich wünschen Ihnen auch alles Gute.

    und tschüß
    Joergius

  3. Hallo Jörg,

    Hubert ist mein Vorname. 😉
    Jetzt habe ich einen weiteren Einblick in Deine Welt bekommen. Vielen Dank. Aber so richtig gesagt hast Du noch nicht, was der Inhalt Deines 1Euro Jobs ist. Das wäre doch echt einmal spannend zu erfahren, was Deine Aufgaben sind und wieso es die Menschen dort nicht kümmert, dass man sie nicht erledigen kann.

    Zum Kaufmannsberuf: Ich verstehe Deine Argumentation. Aber hast Du Dir einmal überlegt, dass dies wohl der beruf ist, in dem Du die meiste Erfahrung hast? Auch, wenn es nur 3 Ausbildungsjahre waren…Du hast wohl nirgendwo sonst eine reelle Chance, quer einzusteigen.
    Für mich heißt das ganz klar: Entweder, Du versuchst es in dem Job oder Du beginnst tatsächlich noch eine weitere Ausbildung in einem anderen Job.
    Das wäre doch eine Alternative! Als ich vor ewigen Zeiten ausgebildet wurde, hatte ich zwei Jungs in meiner Schulklasse, die bereits über 30 waren und einen 2. Bildungsweg einschlugen. Vielleicht schaffst Du soetwas ja auch!

    Und nun zu Deinem Traum (ich bleibe dabei, es ist ein Traum).
    Natürlich ist eine Harry-Potter-Erfolgsgeschichte etwas Schönes und lädt ein zum träumen, dass man es auch schafft. genauso übrigens ein Lottogewinn. Oder oder oder. Ich vergleiche dies absichtlich mit einem Lottogewinn, denn es ist seeeeehr seeeehr unwahrscheinlich, dass diese geschichte sich wiederholt. Und noch viel unwahrscheinlicher, dass es mit Dir passiert. Klar, darfst Du träumen. Aber Du musst auch ehrlich zu Dir sein:
    Wieso solltest Du nach beendigung des 1Euro-Jobs auf einmal anfangen, seitenweise Literatur zu produzieren, wenn Du es jetzt nicht einmal ansatzweise schaffst?
    Ich möchte Dir sicherlich keinen Traum zerstören, aber all das, was Du schreibst, klingt nicht sehr vielversprechend.

    Du erzählst von Goethe und Schiller. Wie wäre es erst einmal klein anzufangen und Charlotte Roche oder irgendwelche D-Prominenten 9live-Moderatoren als Vorbild zu nehmen? Diese Menschen haben es geschafft, ein Buch zu veröffentlichen. Sind sie dadurch reich geworden?
    Nein. Es war sicherlich ein gutes Zubrot. Aber sind Menschen von heute „Schriftsteller“ von Beruf?
    Sind es nicht eher Journalisten (Bastian Sick) oder Medienmenschen (Harald Schmidt) oder sonstetwas?
    Glaube mir, auch, wenn ich Dich nicht persönlich kenne, Du wirst Dir einen „normalen“ Job suchen müssen, wenn Du im Leben etwas erreichen möchtest.

    Noch einmal: Wieso schaffst Du es nicht, die Schriftstellerei als „Hobby“ zu betreiben? Wieso ist es nicht möglich, nach der „normalen“ Arbeit in eine Fantasiewelt zu flüchten und dies aufzuschreiben?
    Warum glaubst Du, Du wirst ein geregeltes Einkommen haben, wenn Du monatelang ein Buch schreibst?
    Wieso verwehrst Du Dich gegen das „normale“ Arbeitsleben?

    Ich würde mich freuen, wenn Du mir dazu etwas Aufklärung geben könntest. Und vielleicht einmal darüber nachdenkst.

    Mit freundlichem Gruß
    Hubert

  4. Hallo,

    ich habe keine Lust, kein Interesse auf diesen SCHEIß Bürokaufmann!!! WARUM sind meine 3 Jahre als Webdesigner sooooooooooooooooooooooooooo unwichtig? WARUM sollte dieser SCHEIß Kaufmann so viel wichtiger sein? Ich HASSE meine Ausbildung!!! Nochmals:
    – Es war nur eine Alternative
    – Es war mein einziges Angebot nach über einem Jahr Arbeitslosigkeit
    – Ich bin über 9!!! Jahre dort raus!!!
    – Ohne Berufserfahrung geht auch dort nichts
    – Ohne Kenntnisse geht auch dort gar nichts
    – Und ohne die daraus resultierenden Fähigkeiten, geht auch nichts.
    – Ohne diese 3 Kriterien ist das bewerben nutzlos. Da nimmt Sie niemand, egal ob Sie dort ausgebildet sind.
    – Nur eine Ausbildung die auch noch soooo lange zurück liegt, reicht heute nicht mehr
    Der Kaufmann ist tot, sehen auch Sie das bitte ein!!! Er wird von mir nicht länger verfolgt. Eher sehe ich besser Chancen als Webdesigner zu arbeiten, anstatt diesen völlig verblödeten Bürokaufmann. ALLE wollen mich immer in diesen SCHEIß Kaufmannsjob zwingen. Warum eigentlich? Da sehe ich die Tendenz eher gen Null, als beim Webdesigner. Ich weiß NICHTS mehr von dem Kaufmann und habe auch kein Interesse mehr dort etwas zu lernen. Der Job ist für mich erledigt. Auch wenn ich mich schon Jahre für den Designer bewerbe, irgendwann klappt es doch.

    Dann lebe ich lieber in einer „Traumwelt“ als das ich mich in einen Job zwingen lasse. Lieber lebe ich meinen Traum, als das ich einen Beruf mache zu dem ich keinen Bezug und keine Lust habe. Jetzt habe ich bei meinem 1€-Job nicht die Möglichkeit zu schreiben, weil ich dort nicht die Konzentration aufbringen kann. Das wäre danach anders. Hier beim Job geht dauernd die Tür auf und zu, sowas stört erheblich. Zu hause wäre es etwas anderes, da mache ich die Tür zu und die ist dann auch zu, mich stört dann niemand mehr. Ich habe nie gesagt, dass ich dadurch reich werden will. Ich will davon leben können, nicht reich werden.
    Ich habe schon viele Jahre darüber nachgedacht. Jeden Tag. Am Ende kamen 2 Jobs dabei raus: Webdesigner und Schriftsteller! Mehr werde ich in meinem Leben nicht mehr machen. Und wenn ich das nicht machen kann, dann werde ich auch nichts anderes mehr machen. Dann ist rumsitzen die bessere alternative.

    Am Ende tut mir meine Tonart dann doch Leid. Aber es musste einfach mal sein, denn ich sehe keine Zukunft im Kaufmannsjob oder die Tendenz bei Null. Dann lieber Jahre lang bewerben und das richtige tun, als Todunglücklich an einem Schreibtisch zu sitzen und einen Job zu machen. Das habe ich aus meiner Ausbildung mit genommen; mache nur noch das, was Dir Spaß macht. Alles andere, lass es sein, denn es wird Dich nur Unglücklich machen!

  5. Hallo Jörg!

    Ich spüre in Deinem Schreibstil eine Menge Wut. Und auch Resignation. Ist ja auch klar, nach so vielen Jahren ohne Job.
    Dann lass mich das mal analysieren.

    Du kannst Dich weder mit dem 1Euro Job noch mit dem Bürokaufmannsjob anfreunden. Ok. Das ist Dein gutes Recht.
    Jetzt sprichst Du von Webdesign. Hast Du das schon einmal gemacht? Hast Du da Berufserfahrung?
    Dann mach doch da etwas draus!

    Eine Sache aber gefällt mir gar nicht. Du sagst, Du möchtest eher auf der faulen Haut liegen als Geld zu verdienen, wenn es nicht Dein Traumjob ist.
    Diese Einstellung finde ich zweifelhaft.
    Es gibt Menschen, die würden JEDEN Job annehmen, wenn sie nur irgendwie aus der Arbeitslosigkeit herauskommen. Denn (und das ist die gute Seite an nem schlechten Job) man gewöhnt sich wieder ans Arbeiten, an einen Rhytmus und liegt nebenbei dem Staat nicht mehr auf der Tasche. Und der Staat, das sind alle Bürger. Ich finde es bedenklich, wenn man sich das Recht herausnimmt, (drastisch formuliert) andere auszunehmen, um in seiner Traumwelt zu leben.
    Natürlich unterstelle ich Dir nicht, dass Du ein Sozialschmarotzer bist (schon wieder so ein krasses Wort!). Aber im Endeffekt nutzt Du „das System“ aus, um ziemlich locker zu leben.

    Natürlich ist Harz4 nicht viel Kohle, damit schafft man keine weiten Sprünge. Aber es reicht ja zum überleben.
    Du schreibst selber, Du möchtest aus der Arbeitslosigkeit heraus kommen. Aber das auch nur halbherzig. Ich habe in einem Deiner früheren Berichte gelesen, dass Du keine „niederen“ Jobs annehmen würdest. Wäre also Kassierer, Lagerarbeiter oder ähnliches kein Job für Dich, weil Du „unglücklich“ wärst?
    Was würdest Du tun, wenn Dir jetzt jemand auf der Straße das Angebot macht, für 1500 Euro brutto Pflastersteine zu verlegen? Würdest Du „nein“ sagen, weil Du meinst, Du wärst etwas „Besseres“?
    Falls Du gerade die Frage im Kopf mit „ja“ beantwortet hast, gebe ich Dir zu überlegen: Was genau qualifiziert Dich denn? Du sagst doch selber, Du hast eine Ausbildung gemacht und warst seitdem mehr oder weniger arbeitslos.
    Du musst tiefer stapeln.

    Ohne Dich zu kennen, ohne Dich angreifen zu wollen, aber Deine Einstellung zu einem „Job nach 10 Jahren Arbeitslosigkeit“ muss sich gewaltig ändern.
    Du wirst sonst NIE den traumjob machen können. Und dann liegst Du noch 50 Jahre dem Staat auf der Tasche. Also auch mir.
    Und DAS will ich nicht. Weder für Dich noch für mich.

  6. Hallo,

    wissen Sie, wie die 1€-Jobs ausgestattet sind? Das ist katastrophal! PC’s mit nur 256 oder 512 MB Arbeitsspeicher… Das soll die Menschen in Arbeit bringen? Programme die in der realen Arbeitswelt überhaupt nicht angewendet werden, finden sich hier wieder. Nächste Woche werde ich mal ein Bild hier reinstellen, dann werden Sie mal sehen, wie die 1€-Jobber so „vorbereitet“ werden. Das nimmt schon krankhafte Anzüge hier an.
    Ich verlange hier ja nicht die „vergoldeten“ PC’s, aber ein wenig mehr hin zur realen Arbeitswelt sollte es schon sein. Auch von der Software her, denn mit Photoshop 6 kann ich draussen leider nichts mehr erreichen. Damit kann ich keine „Werbung“ machen, denn die Leute würden sich totlachen darüber. Obwohl es die Wahrheit ist…
    Raten Sie mal, wer die Verantwortung übernehmen muß, wenn man nach der Zwangsarbeit nicht in Festanstellung kommt? Richtig! Ich! Ich werde derjenige sein, der von der Vermittlerin fertig gemacht wird. Denn so können die ARGE’s ordentlich die Gelder kürzen und nichts anderes tun die noch. 1€-Jobs vermitteln und Geld streichen! Mehr nicht! Und davor habe ich Angst. Wieder einmal (nach 2005) muß ich den Kopf hinhalten, für etwas, wo ich gar keine Verantwortung trage, respektive, ich überhaupt keinen Einfluß habe.
    Ich habe nach meiner Ausbildung im Jahr 2000 mich nach beworben, übrigens in ALLE Richtungen, d.h. auch ins kaufmännsiche. Mein Hobby war damals das Webseiten bauen mit Frontpage. Sahen zwar nicht so besonderes gut aus die Seiten, aber es war halt was. Ich las dann auch, dass wenn man es richtig lernen will, man am besten in den Beruf rein gehen sollte. Also bewarb ich mich damals auch als Webdesigner (Quereinsteiger). Im Okt. des Jahres 2000 bekam ich dann einen Job als Web-Producer. Der ging aber im Jahr 2002 dann mit der Insolvenz zu Ende (die Seifenblase platzte, Rest sollte bekannt sein). Seitdem suche ich. Gegen Ende des Jahres 2005 bewarb ich mich bei eine größeren Agentur hier in Hamburg. Wie immer bekam ich eine Absage, aber in dieser, ein Angebot zu einem Praktikum. Natürlich habe ich das Angebot angenommen, da mir die Firma ein Begriff war und ich diesen Namen in meinem Lebenslauf unbedingt haben wollte. Leider zog die Firma während des Praktikums um, so dass es zu Umstruktuierungen kam und ich nicht übernommen werden konnte. So viel zum Thema Webdesigner.
    Kurz zurück in das jahr 2002. Am Anfang des Jahres war ich am überlegen, ob ich zu Hause (bei meinen Eltern) ausziehen sollte oder nicht, denn es war abzusehen, dass die Firma nicht mehr lange existieren würde. Ich entschloss mich zu bleiben, denn das Risiko war mir damals zu groß (nennen Sie mich ruhig einen Feigling). Oder hätte ich in die Arbeitsloiskeit hin zu Hause ausziehen sollen? Das MUß jeder für sich beantworten. Ich bin geblieben. In der zwischen Zeit habe ich mich autodidaktisch im Bereich Webdesign weiter gebildet. Dazu habe ich nicht nur Bücher, sondern auch viel im Internet gelesen (Foren, Blogs usw.). So bin ich auf die Barrierefreiheit beim Webdesign gestossen. Spannendes (zukünftiges) Thema, dass kann ich Ihnen sagen…

    Es verging seitdem nicht ein Tag oder eine Nacht an der ich nicht über alle dem nach gedacht hätte. Ich habe fast jedes Jahr mit mir selbst eine Stärken und Schwächenanalyse gemacht. Was kann ich und was kann ich nicht. Diese Fragen habe ich mir immer öfters gestellt. Ich habe mir auch Prioritäten gesetzt. Was muß ein Job haben? Bringt er dich auch von zu Hause raus, oder beschäftigt er dich nur? Was bringt die ein Job, bei dem du nicht genügend verdienst um diese zu sparen um zu Hause auszuziehen? Wie willst Du einen Job finden, wenn die die 5 Hauptkriterien (Ausbildung, Berufserfahrung, Kenntnisse, Fähigkeiten und Hobbys/Interessen) nicht erfüllst? Diesen Fragen MUß man sich stellen? Denn man kann nicht bei jedem Beruf quer einsteigen, das ist vollkommen unmöglich. Man fragt sich halt; was ist denn realistisch möglich? Welchen Job kann ich denn wirklich erreichen/machen? Was bringt mich dann voran? Von welchen Job, habe ich welchen Vorteil?
    Eines meiner Prioritäten heißt; der Job muß dich auch zu Hause raus bringen, sonst macht es keinen Sinn! Denn von den 1.500,- brutto bleiben ja wahrscheinlich nur so zwischen 600,- bis 700,- € übrig. Das wären jetzt gerade mal bis zu 150,- € mehr als H4. Das würde mich nun wirklich nicht voran bringen. Deshalb fürde ich auch nicht als Kellner, Kassierer, Lagerarbeiter oder was auch immer arbeiten. Ich muß zu sehen, das mich der Beruf auch ernährt und das tut er halt nicht, wenn ich so wenig verdiene. NEIN, nicht jeder kann jeden Job machen. Des Weiteren kann ich nicht jeden Job machen, da diese mich zu Hause nicht raus bringen oder ernähren würden. Ich will nur ein würdevolles Leben, ohne Staatshilfe, führen können, nicht im Luxus leben (falls das es eben so klang). Und dafür muß man nunmal etwas verdienen. Anders sehe es aus, bei 1.500,- € (oder höher) netto. Damit käme ich schon besser hin und könnte dann auch schneller zu Hause raus. Man kann nur das machen, worin man stark ist, worin man seine Persönlichkeit aus spielen kann. Alles andere ist, aus meiner Sicht, augenwischerei. Warum einen Job machen, von dem man keinerlei Vorteil hat, sondern nur Nachteile?

    An meiner Einstellung hat sich über die Jahre so einiges geändert. Die Frage ist halt: Soll ich mit einem Beruf eigenständig sein, oder soll ich den Job noch bezuschußen lassen? Tief stappeln tue ich schon die ganze Zeit. NEIN, ich will nicht den Rest meines Lebens auf den Staat angewiesen sein. Entweder bin ich richtig unabhängig, oder ich lass es!

    bis dann
    Joergius

    p.s.
    Eine Hausaufgabe für das Wochenende habe ich für Sie:
    Lesen Sie sich mal bitte das ganze Thema Arbeitslosigkeit hier im Blog durch. Das Ende ist der Anfang (später verstehen Sie was ich genau meine). ICH bin nicht ALLEINE daran Schuld. Glauben Sie mir.

  7. Lieber Jörg,

    das ist alles sehr spannend und kompliziert, was Du schreibst.
    Ich möchte aber auf meine Kernfrage hinaus:
    Würdest Du einen Job annehmen, wenn er ordentlich bezahlt ist?

    Dazu ein kleiner Link:
    http://www.bild.de/BILD/politik/wirtschaft/2009/06/16/einkommen-im-check/wer-verdient-was-in-der-krise.html

    Dort sieht man, dass ein Bäcker 1500 Euro brutto verdient. Und kann der überleben? Ja, denn er hat laut http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,223811,00.html 1052 Euro netto. Das ist schon etwas mehr als Harz4, oder?

    Ein Florist verdient 1300 Euro. Da bleiben 959 Euro. Ist nicht viel. Stimmt. Ist aber auch nicht anspruchsvoll. Und der Florist lebt in einer eigenen Wohnung mit eigenem Leben.

    Ich bin noch während meiner Ausbildung ausgezogen (1000 Mark) und habe (mit etwas Unterstützung meiner Eltern) sehr gut leben können. Und nachdem ich in einer Festanstellung war, konnte ich sogar jedes Wochenende Party machen. Das war drin. Klasse!
    Was ich damit sagen möchte:

    WACH AUF!

    Wenn Du ein Praktikum gemacht hast und nicht weiterbeschäftigt wurdest, heißt das, dass Du nicht die Erwartungen erfüllt hast, die in Dich gesteckt wurden. Und wenn ich mir Deine „wagener-web“-Seite ansehe, würde ich auf nichts anderes tippen.
    Das hat mit Webdesign nichts zu tun.

    Versuch dringend, etwas zu machen, wo man „so reinrutschen“ kann – OHNE diverse Vorbildung haben zu müssen.
    Ich als Chef würde für meine Assistenz auch jemanden nehmen, der alle möglichen Qualifikationen hat. Aber um erst einmal reinzukommen in die Arbeitswelt, um kontakte zu knüpfen, um loszulegen, Geld zu verdienen, „erwachsen“ zu werden – dafür brauchst Du nen job. und zwar IRGENDeinen. Da ist keine Zeit zum träumen. Und wie oben beschrieben, es gibt sehr einfache Jobs, in die man auch reinkommt, die zwar wenig aber dafür regelmässig Kohle bringen.

    Nochmal zu Dir persönlich:
    Natürlich bist Du nicht alleine Schuld. Das ist immer so. Aber mit dieser „ich mach nur das, was bockt“-Einstellung wirst Du nicht weiterkommen.

    Du brauchst Dich aber nicht zu wundern, wenn Du in 2 Monaten ohne Job und ohne Perspektive darstehst.

    Ein paar Jobs und deren Brutto-Gehälter/Monat:
    Gärtner 2000 Eur
    Hausmeister 2200 Eur
    Kasse 2100 Eur
    Kellner 1700 Eur
    Küchenhilfe 1800 Eur
    Lagerarbeiter 2200 Eur
    Packer 1600 Eur
    Raumpfleger 1500 Eur
    Verkauf 2200 Eur

    (Ich habe mit Absicht Dinge herausgeschrieben, die niedrige Qualifikationen voraussetzen.)

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