DC – Erinnerungen – Memories

(Eine Kurzgeschichte von Joergius (mit bitte um Rückmeldung))

Der gute Geist des Waldes
Langsam und leise, sehr leise schlich er durch den Snuawald. Dieser Wald war riesig groß und alt, mit vielen Laubbäumen die im satten grün da standen. Sträucher standen einem Bachlauf entlang, in dem einige Fische zum ablaichen unterwegs waren. Es scheint fast so, als würden die Fische auf dem Wasser tanzen, so kräftig sprangen sie aus dem Wasser, dem Bachlauf hoch. Ein warmer Frühlingswind wehte im Wald und die kleinen Wolken zogen langsam am Himmel entlang und verschwanden wieder. Heute musste Claas besonders leise sein, da er ja nicht von den Skelettkriegern entdeckt werden wollte. Als Kundschafter durch die Gegend zu schleichen ist anstrengend, insbesondere wenn man das Böse vernichten will.

Oder wenn man wie Claas einen Auftrag hat, den Hauptweg zum Dorf Aklim samt Schloß frei zu halten. Denn das Böse macht sich auf, die Welt in die Dunkelheit zu führen und im entstehenden Chaos die freien Völker zu unterwerfen und zu versklaven. Claas griff nach seinem Bogen und nach einem Pfeil, denn er sah die Soldaten des Bösen kommen und versteckte sich hinter zwei Bäumen, die Ihm sicheren Schutz zum schießen gaben. Er spannte den Bogen und feuerte den ersten Pfeil ab. Mit nur einem Treffer sank der Skelettkrieger tot zu Boden. Die anderen 5 Krieger schauten sich um woher dieser Pfeil her kam, konnten aber den Schützen nicht finden. Claas erlegte gleich noch einen dieser bösen Wesen. Als er gerade seinen nächsten Schuß vorbereitete, merkte er dass sich von hinten etwas näherte. Es war der Anführer der Skelettkrieger, Glig. Der Pfeil für den Soldaten ging jetzt für den Anführer drauf, welcher von diesem aber nur verwundet wurde.

Jetzt kamen auch die übrig gebliebenen Krieger auf Claas zu, um ihn zu töten. Einen Pfeil in Richtung eines Soldaten konnte er noch abgeben, dann musste er sein Schwert ziehen und in den Nahkampf wechseln. Der Schuß traf zwar das böse Wesen, aber tötete diesen nicht sofort. Mit seinem Schwert konnte er diesen aber gleich den gar aus machen. Glig, der in der zwischen Zeit den Pfeil von Claas aus seiner Schulter gezogen hatte, ging nun auch auf Claas zu. Es kam zu einem schweren Kampf zwischen den vieren, welches die Skelettkrieger einer nach dem anderen aber verloren, so lange bis nur deren Anführer Glig übrig blieb. Dieser kämpfte mit einem Zweihandschwert, welches zunehmend zu einem Hindernis wurde, denn Claas konnte ein paar Treffer landen. Er musste allerdings auch schon einiges einstecken, gab aber nicht auf. Mit einem gekonnten Schlag konnte er Glig entwaffnen, aber dieser zog schnell ein anderes Schwert. Beide waren jetzt gezeichnet, von diesen Kampf und beide konnten, wollten, durften nicht aufgeben. Aber dann zog sich Glig plötzlich zurück und sagte: „Ihr werdet noch in der Hölle schmoren und ich werde Eure Seele persönlich quälen. Wartet nur die Zeit ab, Kundschafter…“ Glig öffnete mit einem Zauberspruch ein Portal, ging durch und direkt hinter ihm schloss es sich. Claas hatte es geschafft, der Weg war jetzt sicherer und frei.

Schwer verwundet wollte sich Claas zu einer alten Eiche schleppen, die mitten im Wald in einer Lichtung stand. Doch da er kaum vor lauter Schmerzen aufrecht stehen konnte, viel er immer wieder auf den Boden und musste sich mit seinem Schwert nach oben ziehen. Claas wollte unbedingt die Eiche erreichen, denn diese würde ihm Schutz geben, falls es sich Glig doch anders überlegen und zurückkehren würde.. Nach ein paar hinkenden Schritten stützte er doch wieder auf den Waldboden, die Treffer aus den Kämpfen waren schwerwiegender als er sich das zunächst vorstellte. So zog er sich mit seiner letzten Kraft zu der alten Eiche hin und verschanzte sich an ihr. Neben der Eiche lag noch ein größer Steinhaufen. Mit dem Rücken an der Eiche lehnend, zog er sich mit seiner linken Hand an der Wurzel des Baumes, welche ein wenig aus dem Boden ragte, etwas hoch. Er nahm eine Person mit verschwommenen Blick war, die auf ihn zu ging und mit ihm sprach. Aber er konnte es nicht verstehen was diese Person ihm sagte, denn die Schmerzen waren zu groß um das noch zu verstehen, des Weiteren war die Person auch noch zu weit entfernt. Er kämpft sehr stark gegen die Bewusstlosigkeit an, um nicht der Person hilflos ausgeliefert zu sein. Da die Person immer näher kam, konnte Claas mehr und mehr von ihr erkennen. Er erkannte, daß es sich um eine Art Hexe oder Zauberin handeln müsse, denn die Person führte einen längeren Stab bei sich, die nur von eben diesen getragen wird. Verschwommen konnte er die Kleidung erahnen, es schien eine Art Robe zu sein. Langsam nahm er auch Bruchstücke ihrer Worte war, noch immer aber keine vollständigen Sätze. Sie hatte er sehr sanfte, weiche Stimme. „Claas… Claas, mach nicht die Augen zu, sonst… Du musst unbedingt…“, hörte er die Stimme immer wieder sagen.

„Wer… wer seid… Ihr?“ fragte Claas mit schmerzerfüllter und zittriger Stimme. Claas erkannte noch, daß es sich bei der Person um eine Frau handelte, bevor er endgültig die Augen schloß und bewusstlos war. „Schnell, Friin, helft mir ihn in meine Behausung zu bringen“, fragte die Frau den Steinhaufen, welcher neben den Baum lag. „Selbstverständlich, helfe ich euch“, sagte der Steinhaufen, welcher sich sobald als Drache enttarnte und sich auf seine Beine erhob. Sie packten Claas auf den Rücken des Drachen und als die Frau ebenso auf saß, rannte dieser auch schon los. Zwar sind Drachen auf den Boden nicht die schnellsten, dennoch waren Sie zügig unterwegs. Es ging quer durch den Wald, über Bachläufe hinweg, direkt zur Hütte der Frau. Sie erreichten das Haus der Frau sehr fix, so daß Sie mit der Heilung von Claas beginnen konnte.

„Wo… wo bin ich,“ fragte Claas mit müder, schmerzvoller Stimme. „Schsch, ruhig, Ihr müsst wieder zu Kräften kommen. Ihr seid in meiner Hütte. Hier trinkt das, dann wird es euch bald wieder besser gehen. Eure Verletzungen wären stärker als ich annahm,“ sagte die Frauen stimme und gab Claas einen Becher mit Gebräu. Claas trank es auf Ex und kurze Zeit später vielen Ihm die Augen zu.
Wie Claas wieder zu sich kam, wusste er von nichts mehr, nur seinen Namen kannte er noch. Es dauerte einige Augenblick bis er auch geistig wieder zu sich kam. Er schaute sich um wo er im Moment war, denn er kannte diesen Ort nicht. Hier war selbst er als Kundschafter noch nie gewesen, es kam ihn alles so fremd, aber doch vertraut vor, als hätte er gerade ein Deja vu. Er fühlte sich unwohl bei diesem Gefühl, dennoch fühlte er sich an diesem Ort geborgen. So als wäre er schon einmal hier gewesen, aber er war es ja nie…

Die Frau betrat ihre Hütte und sagte: „Ah, wie ich sehe, seid Ihr aufgewacht und kommt langsam zu Kräften.“ „Wenn ich doch nur wüsste wo ich bin“, fragte Claas die Frau. „Wer seid Ihr eigentlich? Und was ich hier überhaupt? Was habt Ihr mit mir gemacht? Wie lange habe ich geschlafen?“ bohrte Claas nach. „Nun, Ihr seid in meiner Hütte, denn ich fand euch unter der alten Eiche, von dem was von Euch übrig war. Ich habe Euch zusammen geflickt, seht doch selbst. Ihr habt ganze 4 Tage geruht. Konntet Ihr den Anführer Glig besiegen?“ Claas schaute auf seinen Körper und sah nicht mehr eine Wunde oder eine Narbe. „4 Tage. Ich hätte schon längst beim Fürsten sein sollen. Das ist Hexerei!“ sprach Claas. „Ihr seid die Waldhexe, von der ich gehört habe. Nein, ich konnte ihn nicht besiegen, denn er öffnete ein Portal und verschwand durch dieses.“ „Typisch Glig. Erstens, bin ich keine Hexe, sondern eine Zauberin“, antwortete die Frau. „Und meine Name ist Anka. Seht mich einfach als euren guten Geist des Waldes an.“ Zum ersten Mal überhaupt musterte Claas die Frau die mit ihm in der Hütte stand. „Für eine Hex… ähh ich meine natürlich Zauberin seht ihr aber verdammt gut aus. Ihr lebt ziemlich bescheiden, für eure Fähigkeiten,“ sprach Claas. Anka wurde das dann doch zu viel des guten. „Ach ja, meint ihr,“ sprach sie in einem patzigen, leicht genervten Ton, wobei ihr das Kompliment die Röte ins Gesicht trieb.

Sie packte hastig ein paar Kleinigkeiten in einen Korb und wollte die Hütte verlassen, da stand dann Claas direkt vor ihr, draußen an der Tür. „Wo wollt Ihr denn so schnell auf einmal hin?“ fragte er. „Behagt euch meine Gesellschaft auf einmal nicht mehr?“ bohrte er nach. „Ich ähh… ich muss noch… Kräuter sammeln, damit es euch besser geht. Seht ihr, hier da habt ihr noch eine kleine Wunde,“ sprach Anka und zauberte ihm kurz ein Wunde an die Rippen. „Au, böses Biest,“ murmelte Claas. „Wie war das?“ fragte Anka nach. „Nichts. Ich sagte nichts. Wie komme ich denn von hier wieder fort?“ fragte Claas. „Ich habe euer Pferd Giro her geholt,“ antwortete Anka. „Bitte versteht mich, ich muß zum Fürsten. Dort machen bestimmt schon die übelsten Geschichten über mein verbleib die Runde. Darf ich euch den wiedersehen, Zauberin Anka?“ fragte Claas als er sein Pferd bestieg. „Sobald es die Zeit vermag, werden sich unsere Wege wieder vereinen,“ antwortete Anka nicht gerade Verheißungsvoll. Sie nahm ihren großen Zauberstab und sprach: „Wald, zeige ihm den schnellsten Weg, zu seiner Heimat.“ Und schon bewegten sich die Bäume, Sträucher und Äste und machten Claas einen Weg frei. Er sprach: „Ich werde wiederkehren. Daran halte ich mich.“ Und ritt den frei gemachten Weg entlang. Er ritt so schnell sein Pferd konnte durch den Wald. Manchmal musste er schon den Kopf einziehen, da manche Äste tief hingen, wenn er nicht vom Pferd stürzten wollte.